10 Fragen an Samuel

Heute steht uns Samuel (designenlassen-Benutzername masswear) Rede und Antwort.

Seit wann bist Du als Grafikdesigner tätig?
Seit 2006 arbeite ich für Fotografen und freiberuflich in der Bildbearbeitung und Erstellung von Drucksachen wie Flyer, Kalender, Grusskarten und was es sonst so alles gibt. Davor habe ich etliche Jahre für diverse Jugendorganisationen und Privatpersonen natürlich gratis das eine oder andere gestaltet.

Du hast bei designenlassen.de schon Wettbewerbe gewonnen. Was ist Dein „Erfolgsrezept“?
Ich vertraue vor allem meinem Gefühl, versuche mich nicht von anderen Entwürfen beeinflussen zu lassen oder entwerfe gezielt etwas in eine andere Richtung. Zudem gestalte ich wenn möglich alles selber - Fotos oder Illustrationen aus Bilderdatenbanken oder von CD’s haben bei mir nichts verloren. Der Auftraggeber kann sicher sein, dass meine Entwürfe in jedem Fall individuell auf das jeweilige Projekt zugeschnitten sind.
Ich sehe bei meiner Arbeit hier auch nicht in erster Linie den möglichen Verdienst, sondern versuche mich in das Projekt hineinzufühlen und das Potenzial optimal auszuschöpfen.

Welche Erfahrungen hast Du insgesamt mit designenlassen.de gemacht?
Bei den meisten Wettbewerben habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht - mit dem Auftraggeber wie mit den anderen Designern. Ich sehe viele tolle Arbeiten und kann von den anderen Designern sicher auch das eine oder andere lernen. Mit einigen habe ich auch unabhängig von einzelnen Projekten Kontakt, was mich natürlich sehr freut. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass man viel Arbeit für nichts investiert - weil der Auftraggeber es sich anders überlegt oder keine Rückmeldungen mehr kommen. Das ist manchmal ärgerlich, aber damit muss man leben…

Welche Chancen bietet Dir designenlassen.de?
designenlassen.de ist für mich eine gute Möglichkeit, neben dem Studium Erfahrungen zu sammeln und etwas Taschengeld zu verdienen. Ideal wäre es natürlich, wenn ich durch gewonnene Projekte Folgeaufträge unabhängig von designenlassen.de generieren könnte.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass ich je nach Auslastung entscheiden kann, bei wie vielen Ausschreibungen ich teilnehmen will, ich habe vor einem allfälligen Gewinn keine Verpflichtungen.

Konntest Du durch die gewonnenen Wettbewerbe bei designenlassen.de schon Folgeaufträge generieren?
Die Auftraggeber haben auf jeden Fall Interesse bekundet und momentan arbeite ich an einem Folgeauftrag, der direkt mit dem gewonnenen Wettbewerb zusammenhängt. Ich hoffe natürlich, dass sich die Kunden für zukünftige Projekte an mich erinnern und mich vielleicht sogar weiter empfehlen.

Wie sieht der Prozess bei der Entwicklung eines neuen Designs bei Dir aus, nachdem Du das Briefing eines Auftraggebers gelesen hast?
Normalerweise lese ich das Briefing und kümmere mich anschliessend um andere Dinge, lasse mir jedoch die Vorgaben und Wünsche durch den Kopf gehen. Oft kommt mir dabei die eine oder ander Idee, die ich dann schnell skizziere. Bevor ich einen Entwurf hochlade, erstelle ich meist eine Liste mit den Vorgaben und eigenen Überlegungen. Falls vorhanden, notiere ich Informationen über die Konkurrenz und zeige meine Ideen Freunden und Verwandten. Wenn schon andere Designs vorhanden sind, stelle ich sicher, dass ich keine groben Überschneidungen in meinen Entwürfen habe und orientiere mich bezüglich Farbe und Schrift an den Bewertungen des Auftraggebers. Ich finde es wichtig, mit dem Auftraggeber in Kontakt zu bleiben, denn nur so kann sich ein wirklich passendes Design entwickeln.

Gibt es einige „Lieblingsdesigns“ unter Deinen Arbeiten, auf die Du besonders stolz bist?
Grundsätzlich versuche ich bei jeder Arbeit, das Optimum für den Auftraggeber herauszuholen. Natürlich kann ich mich mit einigen Projekten besser identifizieren als bei anderen, ich lade jedoch keine Designs hoch, die ich nicht mit gutem Gewissen für mich selber einsetzen würde.

Was sind die größten Herausforderungen im Alltag eines Kreativen?
Manchmal ist es schwierig, sich in den Auftraggeber hineinzufühlen. Dann muss man entscheiden, wie weit man seine eigenen Ansichten anpassen kann, um noch authentisch zu sein. Es kommt auch vor, dass die Vorstellungen eines Kunden in der Realität nicht umsetzbar sind, dann muss man einen Kompromiss finden, was unter Umständen sehr aufwändig ist. Mühsam ist es natürlich auch, wenn man keine gute Idee hat.

Welchen Rat kannst Du jungen Menschen geben, deren Berufsziel es ist, Designer zu werden?
Kreativität ist wichtig, aber nicht alles. Ein Grafiker sollte Kenntnisse über Farben, Formen und Schriften haben und über die verschiedenen Medien und Druckverfahren Bescheid wissen. Heute hat jeder Photoshop auf dem Computer und kann ohne viel nachdenken etwas hübsches zusammenbasteln - das macht jedoch keinen guten Designer aus. Dieses Wissen kann man sich jedoch aneignen - ob in einer Ausbildung oder in seiner Freizeit aus Büchern, dem Internet und durch beobachten.

Möchtest Du uns sonst noch etwas mitteilen?
Ich finde, die Plattform hat enorm viel Potential, das aber noch nicht ausgereizt ist. Schön und hilfreich für Designer und Auftraggeber wäre es zum Beispiel, wenn alle Benutzer einzelne Entwürfe oder Designer bewerten könnten. So muss sich der Auftraggeber nicht nur auf seinen persönlichen Geschmack verlassen. Ansonsten wünsche ich euch viel Erfolg für die Zukunft!

Eine Antwort zu “10 Fragen an Samuel”

  1. jokerjam sagt:

    bzgl. “Schön und hilfreich für Designer und Auftraggeber wäre es zum Beispiel, wenn alle Benutzer einzelne Entwürfe oder Designer bewerten könnten.”:
    BITTE NICHT! Ich würde Euch niemals raten eine solche Bewertung möglich zu machen! Wie leicht wäre es für einen entsprechenden Designer Freunde und Bekannte zu aktivieren, die sich auf der Plattform vorübergehend registrieren und so die Bewertung in die Höhe schießen lassen???
    Solange Ihr nichteinmal garantieren könnt, dass ein Auftraggeber sich für ein und das selbe Projekt unter verschiedenen Namen einschreibt, es ausführen läßt und sich ohne einen Gewinner zu küren mit den gezeigten Ideen aus dem Staub macht, hoffe ich, ihr realisiert Samuels Idee nicht.

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