“Macht das was euch Spaß macht und stürzt euch drauf” 10 Fragen an vonwoedtke

In unserer Serie 10 Fragen wollen wir in unregelmäßigen Abständen Mitglieder aus der designenlassen.de-Community vorstellen. Für diese kleinen Interviews wählen wir Menschen aus, die auf designenlassen.de besonders aktiv sind und sich durch ihre gute Arbeit hervortun.

Heute steht uns Martin (designenlassen-Benutzername vonwoedtke) Rede und Antwort.§§§

Martin von Woedtke

Martin von Woedtke

Seit wann bist Du als Grafikdesigner tätig?
Meine erste Rechnung als freier Grafiker habe ich vor fast genau 15 Jahren geschrieben: im September 1996. Ich habe damals als freier Mitarbeiter parallel zum Grafikdesign-Studium in einer kleinen Agentur gearbeitet. Nach Abschluss des Studiums habe ich vier Jahre fest in der Agentur gearbeitet, ehe ich im April 2003 den Schritt in die Selbstständigkeit gewählt habe.

Du hast bei designenlassen.de schon mehrere Wettbewerbe gewonnen. Was ist Dein “Erfolgsrezept”?
Klare, stringente Gestaltung und dann - sofern das erste Feedback positiv ist - am Ball bleiben. Und gezielt Projekte auswählen, zu denen mir spontan etwas einfällt, zu denen ich auch Lust habe.

Welche Erfahrungen hast Du insgesamt mit designenlassen.de gemacht?
Überwiegend positive Erfahrungen. Das “Miteinander” auf Ebene der Grafiker ist objektiv und fair - da wird auch mal “applaudiert” zu einem Entwurf, der nicht von einem selber stammt. Auf der anderen Seite finde ich es häufig erschreckend, was sich manche Auftraggeber bei der Preisgestaltung denken.

Welche Chancen bietet Dir als Freiberufler designenlassen.de?
Diese Plattform ist eine schöne Idee, um den eigenen Schritt der Akquise zu umgehen … ;-)

Konntest Du durch die gewonnenen Wettbewerbe bei designenlassen.de schon Folgeaufträge generieren?
Natürlich kann man nicht jedes Projekt, an dem man teilnimmt, gewinnen, aber mit vielen Auftraggebern  stehe ich weiterhin in Kontakt und konnte auch danach einige interessante Projekte verwirklichen. Es ist zwar kein Tagesgeschäft, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Und gerade habe ich für einen designenlassen-Kunden eine Imagebroschüre und sieben Datenblätter entwickeln und umsetzen können (und das war kein Kleinvieh! ;-)).

Wie sieht der Prozess der Entwicklung eines neuen Designs bei Dir aus, nachdem Du das Briefing eines Auftraggebers gelesen hast?
Das ist recht unterschiedlich und kommt immer auf das Projekt und das Briefing selber an. Bei einem Signet-Entwurf versuche ich Farben und Formen zu assoziieren, beschränke mich dabei auf das Wesentliche, abstrahiere und verwerfe, vereinfache oder erweitere die Idee. Meistens steht der erste Entwurf erst nach vier oder fünf Blättern, die ich im Entwurfsprogramm “vollgeskribbelt” habe. Beim Screendesign verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick über die Konkurrenz und versuche den “Mood” zu treffen, farblich und symbolisch. Leider steht mir dabei häufig immer die Frage im Hinterkopf im Wege, wie das dann umzusetzen ist - davon sollte man sich eigentlich erst einmal frei machen …

Gibt es einige “Lieblingsdesigns” unter Deinen Arbeiten, auf die Du besonders stolz bist?
Ja, zum Beispiel das “Bioresonanz-Poster/-flyer” für eine schweizer Naturheilpraxis und den Messeflyer für eine online-Wohnmobilvermietung. Aber auch andere Arbeiten, die nicht gewonnen haben, finde ich - persönlich - recht gut gelungen.

Was sind die größten Herausforderungen im Alltag eines Kreativen?
Kunden gewinnen - und behalten! Und sich nicht unter Wert verkaufen. Einmal günstig, immer günstig - davon kann man nur bedingt gut leben! Denn man kann noch so gut und großzügig kalkulieren, am Ende investiert man doch häufig mehr Zeit als gedacht.

Welchen Rat kannst Du jungen Menschen geben, deren Berufsziel es ist, Designer zu werden?
Macht vorher ein Praktikum in einer kleinen Agentur (>10 Mitarbeiter) und schnuppert rein in den Alltag.Sucht Euch einen Bereich aus, der Euch besonders Spaß macht (Verpackungsdesign, CI-Entwicklung, …) und stürzt Euch drauf - man sollte als guter Grafiker zwar auch alles Andere (gut) können, aber Kernkompetenzen in einer Richtung spezialisieren Euch gegenüber anderen und verschaffen Euch einen kleinen Vorsprung. Und nehmt das unternehmerische und kaufmännische nicht auf die leichte Schulter. Viel Zeit geht mit Steuer, Kostenvoranschläge und Rechnungen schreiben, Produktionsüberwachung und Organisation drauf. Das sollte man nicht unterschätzen.

Möchtest Du uns sonst noch etwas mitteilen?
Ich würde mich freuen, wenn die Auftraggeberseite wieder ein wenig mehr “Realität” zeigen würde und die Projekte angemessen entlohnen würde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade diejenigen Projekte, die am untersten finanziellen Limit liegen, häufig die meiste Arbeit machen. Ansonsten: Weiter so! =)

Vielen Dank an Martin für die Beantwortung der Fragen. (Website: Martin von Woedtke)

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