Ein Gastartikel von Niklas Astor

Ein neues Logo ist fertig – und schnell kommt die Frage: Wie sieht es auf dem T-Shirt, dem Hoodie oder der Cap aus? Damit das Design auf Textil genauso gut wirkt wie auf dem Bildschirm, lohnt sich ein Blick auf ein paar technische Grundlagen. Wer sie kennt, spart Abstimmungsrunden, Kosten und Ärger mit dem Ergebnis.
1. Das richtige Dateiformat
Für die Textilveredelung sind Vektordateien ideal, etwa als AI, EPS, SVG oder PDF mit Vektorpfaden. Sie lassen sich ohne Qualitätsverlust auf jede Größe skalieren, von der kleinen Brustplatzierung bis zum großen Rückenmotiv. Liegt das Logo nur als Pixeldatei vor, sollte sie mindestens 300 dpi in Originalgröße haben. Schriften am besten in Pfade umwandeln, damit nichts verrutscht.
2. Farben: weniger ist oft mehr
Im Siebdruck wird jede Farbe einzeln gedruckt. Ein Logo mit zwei Farben ist daher günstiger als eines mit sechs. Farbverläufe und Fotos lassen sich besser im Digital- oder DTF-Druck umsetzen. Geben Sie Ihre Markenfarben möglichst als Pantone-Werte an – so lässt sich der Farbton auf dem Textil genau treffen. Wichtig ist auch die Textilfarbe: Ein dunkelblaues Logo auf schwarzem Shirt geht schnell unter. Eine helle Variante des Logos für dunkle Textilien sollte daher immer mit eingeplant werden.


3. Details und Mindestgrößen
Sehr feine Linien und kleine Schriften sind auf dem Bildschirm kein Problem, auf Textil aber schon. Als Richtwert gilt im Druck eine Linienstärke ab etwa 0,5 mm, bei der Stickerei ab etwa 1 mm und eine Schrifthöhe von mindestens 5 mm. Komplexe Logos lassen sich für die Stickerei oft vereinfachen, ohne an Wiedererkennung zu verlieren. Hier lohnt sich eine eigene „Textilversion“ des Logos.
4. Stickerei braucht eine eigene Vorbereitung
Für die Stickerei wird das Logo digitalisiert, also in Stiche umgerechnet. Die Anzahl der Stiche bestimmt den Preis mit, nicht die Anzahl der Farben. Flächige Logos mit vielen Stichen werden steifer und teurer; ein klares, eher kleines Logo wirkt gestickt oft besonders hochwertig, etwa auf Poloshirts, Caps oder Sweatshirts.
5. Platzierung und Größe
Typische Positionen sind die linke Brust (etwa 8 bis 10 cm breit), der Rücken (bis etwa 30 cm breit), der Ärmel oder der Nacken. Ein Mockup zeigt vor der Produktion, wie Größe und Position wirken. Bei Teamkleidung mit mehreren Modellen sollte die Platzierung einheitlich sein, damit das Erscheinungsbild stimmig bleibt.



6. Freigabe und Muster
Vor der Produktion steht die Freigabe: Motiv, Farben, Größe, Position und Textilfarbe werden verbindlich bestätigt. Bei größeren Auflagen oder neuen Textilien lohnt sich ein Musterteil. So sehen Sie das Ergebnis, bevor die ganze Bestellung produziert wird.
Fazit
Ein gutes Logo ist die Grundlage – die Umsetzung auf Textil folgt eigenen Regeln. Vektordatei, wenige Farben, eine Variante für dunkle Textilien und ausreichend große Details machen den Weg vom Entwurf zum fertigen Shirt deutlich einfacher. Wer unsicher ist, spricht am besten früh mit dem Veredler, welche Technik zum eigenen Motiv passt.
Über den Autor
Niklas Astor ist Gründer der GREEN SHIRTS GmbH aus Berg bei München. Das Unternehmen veredelt seit 2012 T-Shirts, Hoodies, Poloshirts, Caps und Taschen für Unternehmen, Vereine und Schulen – im Siebdruck, DTF-Druck und als Stickerei. Mehr zur Textilveredelung für Unternehmen unter b2b.green-shirts.com.
